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Neozoen und Neophyten (Nicht heimische
Arten)
Die Tierwelt (ebenso die Pflanzenwelt) läßt sich angesichts der
Aktivität des Menschen einteilen in Verlierer und Gewinner. Zu den
letzteren zählen die Opportunisten, die als Kulturfolger von unseren
Monokulturen in Feld und Wald profitieren, die sich auch in angeschmuddeltem
Wasser wohl fühlen oder vorwiegend in Städten leben.
Es findet schon lange unmittelbar vor unseren Augen mit dem Umbau der
Zusammensetzung der Lebensgemeinschaften ein gigantisches ökologisches
Freilandexperiment statt. = absolutem und regionalem Artenverlust.
Begünstigung derjenigen Arten, die sich rasch neuen Bedingungen anpassen
können (Opportunisten). Die Veränderung der genetischen
Zusammensetzung von Faunen schreitet in Folge der Dominanz des Menschen im
Ökosystem infraspezifisch und auf der Art-Ebene unaufhaltsam fort. Sie
beweist, daß Evolution, direkt vor unseren Augen stattfindet. Analog zu
einer unheilbaren Krankheit kann sie nicht beseitigt oder geheilt werden. Es
geht darum zu definieren, wie wir mit ihr umgehen sollten.
Als heimisch nach § 20 a (4) BNatSchG gilt eine wildlebende Tierart
auch, wenn sich verwilderte oder durch menschlichen Einfluß
eingebürgerte Tiere der betreffenden Art im Geltungsbereich des Gesetzes in
freier Natur und ohne menschliche Hilfe über mehrere Generationen als
Population erhalten. Damit gelten auch Bisamratte Ondatra zibethicus oder
Sonnenbarsch Lepomis gibbosus als heimisch.
Wissenschaftliche Definition: Tierarten gelten in einem Gebiet als
ursprünglich heimisch, wenn sie in diesem Gebiet vor 1492 (Entdeckung
Amerikas’s durch Kolumbus) immer, regelmäßig (z.B.
Zugvögel) oder gelegentlich (z.B. Irrgäste) lebten. Es ist also nicht
erforderlich, daß eine Reproduktion in dem Gebiet stattfand. (Ein Tier
lebt wild, wenn es sich länger ohne menschliche Kontrolle seiner
Biologie entsprechend frei in seiner Umgebung bewegt und nicht im Besitz eines
Menschen ist.) "Etablierte Neozoen sind Neozoen, die einen längeren
Zeitraum (mind. 25 Jahre) und/oder über mindestens drei Generationen in dem
entsprechenden Gebiet existieren."
Der Begriff Neozoen entstand im Sinne einer "political correctness"
in Anlehnung an das ältere "Neophyten" der Botanik für eingeschleppte
Pflanzen und bezieht sich auf Tiere aller Art. Er soll die ursprünglich
gebrauchten Begriffe invader, intruder, Invasoren, Eindringlinge, Einwanderer,
Fremdlinge, Exoten, Eingeschleppte, allochthone, nicht heimische (Arten) von
ihrer aggressiven Schärfe ersetzen. Denn die Übertragung auf den
Umgang mit einwandernden Menschen liegt zu nahe. Deutscher Wald für
deutsche Tiere? So nicht. Hier muß den Anfängen gewehrt werden,
wieder einmal pseudobiologische Argumente gegen Menschen zu verwenden.
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